Tarifvertrag baugewerbe lohnfortzahlung

5 Vgl. z. B. Jobert (2010) über die Verteilung dieser Art von Vereinbarungen bei Tarifverhandlungen auf Betriebsebene über die Arbeitszeit; oder Docks (2008) über die Entstehung dieser Art von Vereinbarungen auf branchenübergreifender Ebene. 10 Diese Funktion ist mit Vorsicht zu interpretieren. Bei den betreffenden Arbeitsplätzen handelt es sich häufig um Anbieter, deren Dienstleistungen Unternehmen gewidmet sind. In vielen Fällen werden die erbrachten Dienstleistungen direkt in Verbindung mit dem Kunden konzipiert und können mit einem Subunternehmerverhältnis verglichen werden (wie von der französischen Normungsagentur definiert [Agence franéaise de normalisation – AFNOR], siehe Perraudin et al., 2009). Dennoch wird das Konzept des Outsourcings oft den Akteuren selbst vorbehalten, was bei der Lektüre unserer Ergebnisse berücksichtigt werden muss. 33Unsere Analysen deuten auf eine Vielzahl von Lohnregelungen hin, die zu ebenso vielen unterschiedlichen Formen der Wechselbeziehung zwischen Industrie- und Unternehmensverhandlungen führen können. Darin bestätigen sie die Ergebnisse früherer Studien über die Vielfalt der Rolle der Branche (siehe insbesondere Jobert, 2003; Saglio, 1991).

Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Rolle der Tarifverhandlungen in den Unternehmen bei der Lohnregulierung betonen: Diese scheinen in bestimmten Fällen das Niveau der Industrie zu überwiegen, insbesondere im gemischten Regulierungsprofil. Dieses Ergebnis stützt die Hypothese des Verlusts der Legitimität der Branche im französischen System der Lohnregulierung (Jobert, 2003). Sollten wir zu dem Schluss kommen, dass sich die Branche jetzt überall auf dem Rückzug befindet? Nein, im Gegenteil, sie behält in einigen Fällen einen beherrschenden Platz, wie die Lohnregulierung nach Branchenprofil zeigt. Und auch die Untersuchung der Erfahrungen von Lohnverhandlungen in vier Call-Service-Centern und bei einem Automobilhersteller weist darauf hin, dass es bei der Vergütung unmöglich ist, das Branchenniveau zu ignorieren, selbst wenn sich dieses Niveau in den obligatorischen Jahresverhandlungen nicht als entscheidend erweist. 38Im Allgemeinen zeigt die statistische Analyse des Verhandlungsinhalts einen deutlichen Unterschied zwischen den auf Unternehmensebene behandelten und den auf Branchenebene erörterten Themen. Dieser Unterschied spiegelt die von Saglio (1986, 1999, 2007) gemeldete Unterscheidung zwischen der Rolle der Lohnregulierung, die in Tarifverträgen auf Branchenebene besteht, und der Lohnfestsetzung wider, die den Unternehmen vorbehalten ist. Die Branche bleibt der Rahmen für die Festlegung der Lohnhierarchie, das Unternehmen bleibt Der Ort für Diskussionen über die Höhe und die Formen der Vergütung. Wir finden also diese Stabilität in der Hierarchie der Lohnverhandlungen, die Saglio bereits erwähnt hat. Durch die Kombination dieser Informationen mit Lohnregulierungsprofilen unterstreichen unsere Analysen, inwieweit diese Spaltung fortbesteht, während sie mehr oder weniger offensichtlich ist, je nach den Formen der Wechselbeziehung zwischen Tarifverhandlungen auf Industrie- und Unternehmensebene. 17Arbeitsplätze sind in der Regel kleiner, mit weniger als 50 Mitarbeitern, und sie sind älter, mit über 20 Jahren Kontinuität.

Sie sind oft Tochtergesellschaften von börsennotierten Unternehmensgruppen. Sie berichten auch seltener, als Subunternehmer gehandelt zu haben.10 Rentabilität ist eines der wichtigsten strategischen Ziele dieser Arbeitsplätze. Weisungen der Konzernchefin und Erhöhungen des gesetzlichen Mindestlohns belasten häufig die Entscheidungen zur Lohnerhöhung. Im Durchschnitt sind die Arbeitskräfte weiblich, jung, qualifiziert (mit vielen Führungs-, Berufs- und Zwischenberufen) und stabil, wobei der Anteil der befristeten Arbeitsverträge und befristet befristeten Arbeitsverträge (Contrats é durée déterminée – CDD) eher gering ist.