Tipp: Das Bürgerforum »Hallo Meinung«

Wer die politischen Sendungen der öffentlich-rechtlichen Medien schon seit Jahren strategisch meidet, musste ihn dennoch fast zwangsläufig durch einen der ideologisch rauschfrei eingestellten Lautsprecher in den sozialen Netzwerken entdecken: den Beitrag über den Unternehmer Peter Weber, den Georg Restle im Rahmen der Sendung MONITOR am 18. Juli dieses Jahres durch den Äther schickte. Auch wenn unklar ist, an welches Publikum sich derartige Sendungen überhaupt noch richten: Auf Twitter verbreitete sich der wahrscheinlich von den Machern tatsächlich als Reportage verstandene Beitrag Gegen Rechts oder doch nicht? Wie Lokalpolitiker vor einem Shitstorm einknicken einigermaßen weit.

Der Beitrag ist ein Lehrstück darüber, wie durch die willkürliche Verknüpfung verschiedenster Themenbereiche und Mutmaßungen ordentlich Stimmung gemacht werden kann: Stimmung gegen einen Menschen, der sich das Recht nimmt, »seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten«, wie es Art. 5 unseres Grundgesetzes gewährleistet. Inzwischen sollte Art. 5 wohl ergänzt werden: »Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten […], unter der Voraussetzung, dass er bereit ist, sich hinterher von zwangsfinanzierten öffentlichen Medien unter Anwendung übler Nachrede als Rechtsextremist hinstellen zu lassen, auch wenn er das offenkundig nicht ist«.

»Verfügbar bis 30.12.2099«

Eins immerhin muss man dem MONITOR-Beitrag lassen: Durch seinen latent geifernden Unterton machen Restle und sein Team neugierig auf den ausgiebig geschmähten YouTube-Kanal Peter Webers. Wie viele Menschen dadurch auf den erfrischenden, alles andere als rechtsextremen, Klartext des Schwarzenbrucker Bauunternehmers aufmerksam wurden, ist mir leider nicht bekannt: Es waren offenbar genügend, um Webers neu gegründetem Bürgerforum »Hallo Meinung« den verdienten kräftigen Startschuss zu geben. Georg Restle und Konsorten: Sind sie womöglich einfach »ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und doch das Gute schafft«? Leider sagt Goethes Faust nichts darüber aus, ob Mephistopheles zwangsweise 17,50 Euro pro Monat und Haushalt kassieren lässt, um seine Umwelt böswillig aufzumischen. Dass aber auch die Medien, wie Mephistopheles, mit einem nicht geringen Ewigkeitsanspruch ans Werk gehen, wenn es gilt, Intrigen und übler Nachrede zum Durchbruch zu verhelfen, zeigt die erstaunlich lange vorgeplante Verfügbarkeit des MONITOR-Beitrags zu Peter Weber: »Verfügbar bis 30.12.2099« heißt es in der Mediathek (siehe Screenshot unten). Die Annahme, dass der WDR zu diesem Datum noch existieren könnte, zeigt dann wenigstens noch Sinn für Humor.


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