Facebook: Newsfeed-Ban gegen die Achse des Guten aufgehoben

Wer schon frühzeitig damit beschäftigt war, Internetblogs zu betreiben und großzuziehen, beobachtete die Aktivitäten von Facebook und anderen sogenannten »Sozialen Netzwerken« von jeher kritisch. Grund: Besonders Facebook zieht die Diskussion zu Blogbeiträgen aller Art an sich und dünnt die Diskussionsspalten in den Blogs aus. Das bedeutet: Die Blogbetreiber, die mehrheitlich ohne oder für geringe Bezahlung Content erschaffen, fallen hinten runter, wenn sie sich nicht selbst Facebook anschließen, das heißt: einen Account dort anlegen und ihre Daten dem Netzwerk preisgeben, um an ihren eigenen Diskussionen überhaupt teilnehmen zu können.

Natural Selection, könnte Facebook dazu sagen. Hättest Du Dich selbst frühzeitig hingesetzt, oh kleiner Blogbetreiber, und ein weltumspannendes Netzwerk programmiert, dann hättest Du jetzt all diese Probleme nicht. Da Du dazu offenbar zu blöd warst, bestimmen jetzt wir, welche Deiner Kommentatoren sich noch äußern dürfen oder ob Du als Blogbetreiber es insgesamt wert bis, das Zeug in die Welt zu tragen, was Du »Content« nennst. –  Warum, so fragt man sich, betreiben überhaupt noch Menschen mit wenigstens durchschnittlicher Intelligenz einen Account auf Facebook? Ganz klar: Weil dort Leser und Reichweite zu finden sind. Und so beißt sich die Katze in den Schwanz.

Die Bequemlichkeit der Mehrheit

Dass Facebook heute zu einem großen Teil mitbestimmen kann, welche Blogs gelesen werden dürfen und welche nicht, liegt ausschließlich an der Bequemlichkeit der Mehrheit der Internetnutzer. Challenge: Wer fühlt sich angesprochen, wenn ich behaupte:

Viele Menschen möchten sich an Diskussionen beteiligen, ohne von den technischen Schwierigkeiten mit dem Aufsetzen einer eigenen Internetpräsenz behelligt zu werden!

Jeder, der diese eindeutig überwindbaren Hürden scheut, trägt zur virtuellen Monokultur bei, die auf lange Sicht alles ausmerzen wird, was sich nicht den Wünschen der Betreiber der großen Netzwerke beugt. Dabei ist es nicht übermäßig teuer, ein wenig Webspace bei einem normalen Provider zu kaufen. Und dank praktikabler CMS-Systeme wie WordPress und anderen Baukästen ist es nicht mal besonders kompliziert, sich ein eigenes virtuelles Reich zu erschaffen: Zwischen dem virtuellen Totalitarismus und der persönlichen Freiheit liegen tatsächlich nur ein paar Stunden konzentrierter Arbeit und ein eigener Serverplatz.

Freiheit oder Komfort?

Natürlich kann es im Einzelfall passieren, dass auch herkömmliche Provider sich von irgendwelchen Shitstorms beeindrucken lassen und versuchen, eine Website abzuschalten, deren Inhalte sich nicht in der engen Range zwischen dem politisch Erwünschten und niedlichem Katzencontent bewegen. Der Unterschied ist jedoch: Sie müssen dazu einen handfesten, rechtsgültigen Vertrag mit einem zahlenden Kunden aufkündigen und setzen sich damit dem Verdacht aus, als Provider wenig vertrauenswürdig zu sein. Da dies kein besonders gutes Werbeargument ist, sind die Hürden dazu natürlich hoch.

Deshalb mein Tipp: Vergessen Sie die scheinbare Bequemlichkeit, die ein Facebookaccount Ihnen bietet! Auf Komfort kommt es nicht an: Niemand braucht Facebook, wenn es darum geht, sich grundgesetzkonform »aus frei zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten«. Ein einfaches Abspeichern der Startseite von achgut.com als Lesezeichen im Browser tut es auch. Am besten ist es, einen Extraordner mit dem Namen »Grundgesetz« in den eigenen Bookmarks anzulegen und dort die jeweilige Startseite der angeblich so Verdächtigen zu speichern. Das tägliche Erfassen relevanter Inhalte erledigen Sie dann auch ohne Bevormundung weiterhin im Rahmen des Morgenkaffees, versprochen!

In jedem Fall aber sollten Sie darauf verzichten, Ihr gesamtes geistiges Schaffen den Facebookservern anzuvertrauen! Es ist schneller verschwunden, als Sie »Zuckerberg« sagen können, falls Sie sich auf umfangreiches Kommentieren interessanter Beiträge beschränken und dabei etwas vorlaut sind. Wenn Sie nicht das Risiko eingehen möchten, dass Ihr gesamtes geistiges Eigentum im facebookeigenen Orkus verschwindet, sollten Sie sich davon emanzipieren: Veröffentlichen Sie Ihre Kommentare auf einem von Ihnen selbst bezahlten Serverplatz. Auf Facebook müssen Sie dann nur noch einen kurzen Hinweis und den Link dahin setzen. Durch diese Vorgehensweise werden die »Sozialen Netzwerke« endlich auf den Platz verwiesen, der ihnen gebührt: Sie sind reine werbefinanzierte Linkschleudern, im Einzelnen verzichtbar und in geradezu obszöner Weise austauschbar.

Die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam

Mit der Erklärung der Menschenrechte hat der Westen den kühnen Versuch unternommen, absolute Standards des Guten über den eigenen Kulturkreis hinaus zu setzen. Immerhin ist die Deklaration von Würde, Freiheit, Gleichheit und Lebensrecht des Einzelnen der seit Menschengedenken fundierteste Vorstoß in dieser Richtung, da er sich ohne Ansehen der Ideologie ganz auf das Individuum und dessen unveräußerlichen Rechte beschränkt. Für das westliche Denken ist es unverständlich, weshalb nicht einfach alle Menschen auf der Welt sich an dieser Richtschnur orientieren, um auf ewig und immer in Freiheit und Freuden zu leben.

Diese Hybris werden wir zu Grabe tragen müssen. Wenn der Kulturkampf, der uns bevorsteht, eines Tages Geschichte sein wird, werden die verbliebenen Träger westlicher Restkultur diese Standards längst vergessen haben, da sie damit beschäftigt sein werden, Koransuren zu rezitieren und den korrekten Sitz der Schleier ihrer Töchter zu kontrollieren. Die Keime des Aufbegehrens westlicher Kräfte gegen die langsame, beständige Islamisierung sind allzu zart. Sie sprießen so zaghaft, weil wir eine stillschweigende Übereinkunft zwischen uns und der islamischen Welt unterstellen, dass trotz aller kulturellen Unterschiede die vom Westen deklarierten Menschenrechte die oberste Instanz darstellen. Wir unterstellen dies, wenn wir in fremde Kriege eingreifen. Wir unterstellen dies auch durch unsere perverse Auslegung des eigentlich als Individualrecht zu begreifenden Asylrechts, mit dessen Hilfe wir erreichen wollen, dass alle Menschen, die auf dem Weg zu uns nicht im Mittelmeer ertrinken, mit dem Grenzübertritt in den Genuss der ihnen vom Westen aus zugeschriebenen Rechte kommen. Rechte, die in ihren Heimatländern in dieser Form unbekannt sind.

Wir sind nicht das Maß aller Dinge

Wir unterstellten die Allgemeingültigkeit unserer kulturellen Vorstellungen auch mit unserer blauäugigen Unterstützung des Arabischen Frühlings: War der Gedanke, dass eine Handvoll arabischsprachiger, freiheitlich denkender Blogger die wahre (= mehrheitsfähige) Stimme ihrer Völker darstellen könnten, nicht verlockend, ja, fast zu schön, um wahr zu sein? Würden demokratische Wahlen nicht genügen, um sämtlichen Blutregimen den Garaus zu machen und gemäßigte Kräfte an die Regierung zu bringen, die alle archaischen Grausamkeiten beenden würden? Das Gegenteil war der Fall: Der Sturz von immerhin ansatzweise säkular denkenden Diktatoren wie Saddam Hussein oder Muammar al Gaddafi war keineswegs ein Tor in die Freiheit, sondern ebnete Islamisten den Weg zur Macht, gegen deren ideologische Verbohrtheit sich die Vorgenannten heute wie kleine Kinder ausnehmen.

Wir müssen es klar benennen: Dieser Irrtum entstand, weil unsere Vorstellung von der Allgemeingültigkeit der Menschenrechte in der islamischen Welt nicht lebensfähig ist. Sie widerspricht den Vorschriften des Korans und der Scharia und damit unmittelbar den angeblichen Wünschen der obersten Instanz: dem Phantom Allah. Da die wirtschaftliche Überlegenheit des Westens viele Menschen im arabischen und asiatischen Raum aber dazu bringt, einen pragmatischen Anschluss an unsere Rechtsvorstellungen zu suchen, kam es schon im Jahre 1990 zur Proklamation eines in unseren Augen bizarren Gegenentwurfs der Organisation für islamische Zusammenarbeit, einer internationalen Vereinigung von 56 islamisch geprägten Staaten. In der »Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam«, welche sich in ihrer äußeren Form an der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen orientiert, heißt es unter anderem im vorletzten Artikel (Art. 24):

»Alle in dieser Erklärung aufgestellten Rechte und Freiheiten unterliegen der islamischen Scharia.«

Und, Art. 25:

»Die islamische Scharia ist der einzige Bezugspunkt für die Erklärung oder Erläuterung eines jeden Artikels in dieser Erklärung.«

Dieser Hinweis, der alle säkularen Bestandteile dieser Erklärung zur Makulatur macht, taucht in zahlreichen Varianten in dem Schriftstück auf:

  • Artikel 1 erklärt alle Menschen zu einer Familie, deren Mitglieder durch die Unterwerfung unter Gott miteinander verbunden seien. Alle Menschen seien in diesem Sinne Gottes Untertanen.
  • Laut Art. 2 ist es verboten, Leben zu nehmen, es sei denn, aus einem von der Scharia vorgeschriebenen Grund. Dasselbe gilt für die Körperverletzung.
  • Art. 7 gewährt Eltern das Recht, über die Erziehung ihrer Kinder zu entscheiden, vorausgesetzt, diese steht im Einklang mit den Werten der Scharia.
  • Art. 9 legt fest, der Staat habe die Vielfalt der Bildung zu garantieren, damit der Mensch sich zum Wohle der Menschheit mit den Regeln des Islam vertraut machen könne.
  • Art. 10 bestimmt, der Islam sei »die Religion der unverdorbenen Natur«. Es dürfe deshalb die Armut und Unwissenheit eines Menschen nicht ausgenutzt werden, um ihn zu einer anderen Religion oder zum Atheismus bekehren.
  • Auch frei bewegen dürfe sich der Mensch nach Art. 12 nur, so lange diese Bewegungsfreiheit im Einklang mit der Scharia ausgeübt werde. Verfolgten sei Asyl zu gewähren, sofern der Asylgrund nicht von der Scharia als Straftat definiert sei.
  • Die Früchte seiner Arbeit dürfe, so Art. 16, jeder genießen, dessen Tätigkeit nicht gegen die Regeln der Scharia verstoße.
  • Und Art. 19 postuliert, es könne nur die in der Scharia erwähnten Verbrechen und Strafen geben.

Solch fundamentalistischer Wein mag manchen im Westen besoffen gemacht haben, da er in neuen Schläuchen daherkam und sich formale Parallelen zu den vertrauten Formen und Inhalten der allgemeinen Menschenrechte zeigten. Vielleicht aber haben die Verfasser des Schriftstücks auch nur sehr genau erfasst, dass im Westen, weil Zeit gleich Geld, jeweils nur die Überschriften gelesen werden. Wer sich die Zeit nimmt, auch den Rest auf sich wirken zu lassen, stellt unschwer fest, dass die dauerhafte Unvereinbarkeit beider Kulturen damit schriftlich zementiert wurde. Schon das großmundig gewährte Recht auf Leben wird sofort durch die Scharia relativiert, welcher bekanntlich bereits Ehebruch oder ein Abfall vom islamischen Glauben für das Aussprechen der Todesstrafe genügen.

Der Islam ist mit dem Westen nicht kompatibel!

Es ist leicht vorstellbar, dass ein in derartigem Umfeld sozialisierter Mensch mit unserer westlichen Idee der absoluten Menschenrechte nicht nur nichts anfangen kann, nein: Sie muss ihm vorkommen wie ein direkter, menschengemachter Verstoß gegen die Regeln seiner höchsten Instanz, Allah. Ist er deshalb »böse«, wenn er sich dem verweigert und auf der Steinigung seiner untreuen Ehefrau besteht? Definitiv nein: Denn er tut nichts weiter, als den Ideen zu folgen, die man ihm als das erstrebenswerteste Lebenskonzept beigebracht hat. Vielmehr hält er den Westen für »böse«, der die Erfüllung von Allahs angeblichem Willen verhindern will. Wer hat Recht? Ganz klar: Beide Auffassungen sind in diesem Sinne »richtig«! Da die Erkenntnisfähigkeit des einzelnen Menschen begrenzt ist, kann er sich jeweils nur an das halten, was in seiner ihn prägenden Kultur gefordert wird, wenn er nicht zu den Wenigen gehört, die sich selbst das oberste Gesetz sind. Veränderungen sind erst möglich, wenn aus der islamischen Kultur heraus maßgebliche Kräfte erwachsen, die auf eine Revolution gegen die Machtansprüche der Religion drängen.

Damit ist das Stichwort geboren: aus der islamischen Kultur heraus! Veränderungen können nicht von außen kommen, da sie als ein fremdes, oktroyiertes Konstrukt der kulturellen Prägung ins Gesicht schlagen. Alle Integrationsfetischisten mögen sich deshalb hinter die Ohren schreiben, dass sie ihre Kraft vergeuden. Und wenn die Behandlung muslimischer Frauen in ihren Heimatländern uns tausendfach sauer aufstößt: Als Außenstehende können wir sie nicht ändern, denn man würde unser Anliegen gar nicht verstehen. Vergessen wir also die Überheblichkeit des Westens, mit der wir meinen, als starke, freiheitliche Gesellschaft den ideologischen Ballast der ganzen Welt auf unsere Schultern nehmen zu können, ohne dass unser eigenes Leben sich massiv zu unserem Nachteil verändern würde. Denn der Islam hat im Gegenteil längst damit begonnen, unser Gemeinwesen umzubauen. Es ganz langsam auszuhöhlen, und zwar von innen heraus.

openPetition und Israel – Über die Lenkung der Demokratie

Am 11. Dezember 2017 veröffentlichte ich auf der Plattform openpetition.de eine Petition, welche die Verlegung der deutschen Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zum Inhalt hatte. Sie lautete im Volltext:

Israel: Verlegung der deutschen Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, sich solidarisch mit der Entscheidung von US-Präsident Trump zu erklären, Jerusalem als Hauptstadt Israels offiziell anzuerkennen. Weiters möge er beschließen, die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen.

Begründung

Die deutsche Bundesregierung zitiert auf der Website des Auswärtigen Amtes Herrn Außenminister Sigmar Gabriel wie folgt: »Der Status von Jerusalem sei „selbst in guten Zeiten“ ausgeklammert worden, da er „ganz am Ende zwischen Palästinensern und Israelis“ entschieden werden müsse, so Gabriel. Dass die USA sich in dieser sensiblen Frage nun einseitig positionieren, beinhalte die Gefahr, „Öl ins Feuer zu gießen“. […] Gabriel betonte, dass Deutschland seine Botschaft nicht verlegen werde: „Wir stehen zur Zwei-Staaten-Lösung und glauben, dass der Status Jerusalems am Ende zwischen den Beteiligten vor Ort geklärt werden muss.“« 

Das Beharren auf einer Zweistaatenlösung ist eine Unehrlichkeit, die nur einem einzigen Zweck dient: den Westen davor zu bewahren, Stellung beziehen zu müssen. Dieselbe Form der Unehrlichkeit legten auch Bill Clinton und Barack Obama an den Tag, als sie das Thema Jerusalem in ihren Wahlkämpfen benutzten. So hatte Obama 2008 verkündet: »Jerusalem will remain the capital of Israel and it must remain undividable.«

Es mussten fast zehn weitere Jahre vergehen, ehe die USA dieses Versprechen einlösten. Möglich machte das ein Präsident aus anderem Holz, der seinen Worten auch Taten folgen lässt. Für die Bundesrepublik Deutschland gibt es mehrere Gründe, sich diesem Vorgehen der USA anzuschließen:

1 – Erpressbarkeit

In seiner Erklärung zum Thema Jerusalem betonte Trump ausdrücklich, dass er damit keine Stellung zu endgültigen Statusfragen nehme: »Wir wollen ein Abkommen, das sehr viel für die Israelis und sehr viel für die Palästinenser bedeutet. Wir nehmen keine Stellung zu Fragen des endgültigen Status, einschließlich der spezifischen Grenzen der israelischen Souveränität in Jerusalem oder der Auflösung der umstrittenen Grenzen. Diese Fragen sind Sache der Beteiligten.« Diese versöhnliche Erklärung hinderte den Chef der radikalen Hamas nicht daran, umgehend zu einer neuen Intifada aufzurufen und unter anderem einen Kindergarten in Sderot zu bombardieren. Die Hamas reagierte damit so, wie sie immer reagiert, wenn es nicht nach ihrem Willen läuft. Kein »Öl ins Feuer zu gießen«, wie Sigmar Gabriel fordert, bedeutet damit nichts anderes, als Drohungen, Erpressungen und blanker Gewalt in vorauseilendem Gehorsam nachzugeben. Es steht damit im krassen Widerspruch zu der bewährten Linie von Bundeskanzler Helmut Schmidt, die da lautete, ein Staat dürfe sich nicht erpressen lassen.

2 – Antisemitismus auf deutschen Straßen

Der Erklärung von Präsident Trump folgten auch in Deutschland mehrere Demonstrationen radikaler Palästinenser und ihrer Unterstützer. Am Abend des 8. Dezembers brannten in Berlin Davidsterne und Israelflaggen. Jede neutrale Haltung von deutscher Seite aus ist damit die Fortsetzung einer unseligen Tradition, die mit der engen Kooperation zwischen Mohammed Amin al-Husseini, dem damaligen Großmufti von Jerusalem und Adolf Hitlers Naziregierung begann: Die Bundesrepublik Deutschland ist es sich selbst schuldig, solchen Zumutungen nicht nachzugeben und sich endlich klar auf die richtige Seite zu stellen: auf die Seite Israels, der einzigen Demokratie im Nahen Osten, die diesen Namen verdient!

3 – Antisemitische Auswüchse in Europa

Alles Appeasement an den radikalen Islam hat nichts gebracht: Der Antisemitismus in Europa blüht und gedeiht! Und das nicht erst seit der Erklärung Donald Trumps: Europas »Chefdiplomatin« Mogherini duckt sich eilig weg, wenn es darum geht, Israel beizustehen: Dieselbe Chefdiplomatin unterwirft sich trotz diplomatischer Immunität gerne den Kleidungssitten derselben frauenfeindlichen und antisemitischen Ideologie, die Israels Auslöschung zum Ziel hat und sich von einer »Zweistaatenlösung« eine völlig neue Aktionsbasis vor der Haustür Israels verspricht. Es ist nun an der Bundesrepublik Deutschland, die Ausbreitung dieses Flächenbrands in Europa durch ein deutliches Signal zu stoppen. Deshalb bitte ich die Bürger Deutschlands um ihre Stimme für diese Petition. Vielen Dank!

== Ende des Petitionstextes ==

 

Kurz nach ihrem Erscheinen wurde die Petition von openpetition gesperrt. Begründung: »Petitionen mit falschen Tatsachenbehauptungen bzw. Tatsachenbehauptungen ohne geeignete Quellenangaben werden beendet. openPetition behält sich vor, Quellen in umstrittenen Fällen nachträglich einzufordern. Bitte verifizierte Quellen und Informationen nachtragen – eine eigene Veröffentlichung gilt nur bedingt als verlässliche Quelle.«

Die Redaktion hatte somit einen von insgesamt 11 (!) weiterführenden Links, die ich der Petition hinzugefügt hatte, als Vorwand für eine Sperrung genutzt, da dieser auf eine von mir selbst betriebene Seite führte. Kein Wunder: Nur 5.000 Zeichen haben Petenten auf openPetition zur Verfügung, weshalb man für eine saubere Argumentation zu einem so komplexen Thema wohl kaum darum herumkommt, Hintergründe teilweise auszulagern.

Im Fall manch anderer Petition scheinen verifizierte Quellen kein Thema zu sein. Einige Beispiele:

  1. 2014 schrieb ein Petent unter der Überschrift »Politik: Öffnet eure Augen, statt um Burkas, kümmert euch um Palästina!« unter anderem: »Ich sehe täglich die grausamsten Bilder in Facebook, sehe die Opfer der Israelis.. ich will nicht mehr zu sehen, ich mag mir auch nicht mehr die lächerlichen Ausreden der Verantwortlichen ansehen und -hören. Kann die Heuchelei , diese Feigheit nicht mehr ertragen.« In diesem Stil geht die recht kurze und unkonkrete Petition weiter. Quellenangaben? – Fehlanzeige! Die reine Behauptung des Petenten, irgendetwas auf Facebook gesehen zu haben, reicht in diesem Fall wohl völlig aus.
  2. 2016 unterstellte eine Petition unter dem Titel »Israel: Bedrohung Europa durch Atomwaffen« völlig ohne Belege, die Atomwaffen des Staates Israel wären gegen die Sicherheit Europas gerichtet.
  3. 2017 ging eine Petition online, welche laut Überschrift »Unterstützung des Hungerstreiks tausender palästinensischer Gefangener in israelischen Gefängnissen« fordert. Die beigefügte Begründung stellt diverse Zahlen und angebliche Fakten in den Raum, die mit keinerlei Quellenangaben unterlegt sind.
  4. Ebenfalls aus dem Jahr 2017: Die Petition »Kein Diskussionsverbot für israelkritische Positionen in Frankfurt/Main!« Sie wendet sich gegen die Entscheidung der Stadt Frankfurt, der Boykottkampagne gegen den Staat Israel keine öffentlichen Veranstaltungsräume zur Verfügung zu stellen. Bei BDS handelt es sich um eine Kampagne, die vor unwahren Tatsachenbehauptungen nur so strotzt, ohne dass das die Redaktion von openPetition auch nur im Ansatz zu jucken scheint.

Vereinzelt finden sich auf openPetition auch Anliegen, die sich für Israel einsetzen. So forderte ein Petent im Jahre 2014 eine förmliche Entschuldigung  gegenüber dem Staat Israel für die judenfeindlichen Ausschreitungen auf Deutschlands Straßen. Dass wenigstens dagegen noch niemand etwas zu haben scheint, grenzt fast an ein Wunder.

 

Aus den ganz unterschiedlichen Maßstäben, die an Petitionen pro oder contra Israel angelegt werden, ergeben sich massive Zweifel an der politischen Neutralität, die openPetition für sich in Anspruch nimmt. So heißt es in der Selbstbeschreibung unter »Grundsätze und Werte«:

»Neutralität und demokratische Werte – openPetition ist politisch neutral: Wir beabsichtigen keine einseitige Beeinflussung der politischen Meinungsbildung oder die Unterstützung politischer Parteien. Alle Petitionsanliegen wie auch Empfehlungen für Partner-NGOs spiegeln nicht unseren Standpunkt wider, sondern zeigen eine bunte Mischung an Meinungen – egal woher man kommt oder an was man glaubt.«

Geredet und geschrieben ist schnell ein Haufen, sage ich dazu in Abwandlung einer alten bayerischen Volksweisheit. Will man wissen, wie es um die tatsächliche Neutralität bestellt ist, sehe man sich am besten die Finanzierungsstrukturen von openPetition an. »Campact e.V. ist Mitgesellschafter (49 % der Anteile)«, ist aus dem Transparenzbericht 2016 zu erfahren. Der Campact Report 2016 weist für das Geschäftsjahr eine Summe von 140.000 € aus, die zu Gunsten von openPetition aus den Kassen von Campact geflossen sind.

In ihren Statuten verpflichtet sich die als Kampagnenfabrik agierende »Bewegung« Campact eindeutig auf einen bestimmten Politikstil. So heißt es in der Selbstbeschreibung:

»Campact ist eine Bürgerbewegung, mit der 1,9 Millionen Menschen für progressive Politik streiten.«

Mehr oder weniger präzisierend heißt es dazu:

Progressiv nennen wir Politik, die…

… unsere Umwelt schützt und Frieden schafft,

… demokratische Teilhabe stärkt und gleiche Bildungschancen gewährleistet,

… Bürgerrechte verteidigt und Flüchtlinge willkommen heißt,

… für soziale Gerechtigkeit sorgt und für eine solidarische Steuerpolitik eintritt,

… die Diskriminierung abbaut und Gleichberechtigung herstellt.

Wer könnte schon etwas gegen solche Gemeinplätze haben, die alles und nichts aussagen?

 

Campact entstand 2004 nach dem Vorbild der amerikanischen NGO MoveOn.org , einer unter anderem mit Startfinanzierung von Georg Soros gegründete Propagandaplattform im Dienste der Demokratischen Partei. Mitbegründer von Campact ist der Aktivist Christoph Bautz, der schon nach Beendigung seines Biologiestudiums die Geschäftsstelle von Attac mit aufgebaut hatte, der wohlbekannten Empörungsfabrik, die ebenfalls im Kielwasser vom MoveOn segelt. Sehr schwer vorstellbar also, dass ausgerechnet Campact politisch tatsächlich neutrale Organisationen fördern sollte.

Und so darf auf openPetition ganz selbstverständlich die hundsgemeine Boykottbewegung gegen Israel unterstützt und für »FreePalestine« getrommelt werden. Die Herrschaft des Mobs, wie sie durch entsprechende Organisationen befördert wird, verlangt eben auch nach einem Sündenbock. Wer wäre dazu geeigneter als Israel? Eine allgemeine Diskussion über die Haltung Donald Trumps zu Jerusalem als Hauptstadt Israels hingegen passt weniger in das gewünschte politische Portfolio von Geldgeber Campact. Ich für meinen Teil habe selbstverständlich darauf verzichtet, die von openPetition in schikanöser Weise geforderten Quellen hinzuzufügen. Verarschen kann ich mich selber. Gelernt habe ich aus dem Vorgang, dass Organisationen wie openPetition nicht etwa die Demokratie stärken, sondern es einzelnen Lobbygruppen ermöglichen, die Demokratie in der von ihnen gewünschten Weise zu lenken.

Kollegah & Farid Bang – der realexistierende Islam

Kommentar

Wer wissen will, wie tief der Westen inzwischen gesunken ist, sollte sich näher mit dem Schaffen von Gangsta-Rappern wie Kollegha & Farid Bang beschäftigen. Nicht anlässlich der gestrigen Echo-Verleihung an dieses menschenverachtende Duo. Diese war zu erwarten in einer verkommenen Branche, der inzwischen jeder Skandal recht ist, so lange er nur Aufmerksamkeit und Umsatz bringt, selbst wenn er auf Kosten von Holocaustopfern geht. Wir müssen uns vielmehr grundsätzlich fragen, wie es sein kann, dass derartiger Auswurf heute als Kunst gilt. Warum also erhält heute einen Echo, wer noch vor drei oder vier Jahrzehnten mit Spott, Schimpf und Schande von der Bühne gejagt worden wäre, und zwar ganz ohne staatliche Eingriffe, vom eigenen Publikum?

Islamische Gangsta-Rapper schreien dem Westen ihre Absichten laut ins Gesicht. Wer müsste nicht an Max Frischs »Biedermann und die Brandstifter« denken, wenn er sich »Ave Maria« anhört, Kollegahs ultimative Ansage an deutsche, nichtmuslimische Rapper:

»Der Boss und der Banger, die doppelte Penetration für die Rapper
Wir kommn und dann heißt es Attentat, Massengrab
Umwickel den Basey mit Stacheldraht
Bitch, wir sind back und die Szene wird akkurat rasiert wie ’n Kanakenbart
Massaker, mach Platz für die Zwei, massiges Fleisch im Nackenbereich
Keiner darf Laas dissen? Okay, dann ramm‘ ich ihm Butterflys rein
Bitch, ich fülle sein’n Kopf mit Blei per Kalash wie im Columbine-Massaker
Wenn ihm mal ein „Hurensohn“ rausrutscht wie der Fotze seiner Mama«

Antwort: Wohl kaum jemand denkt dabei an »Biedermann und die Brandstifter«, denn tatsächlich in deutscher Sprache verfasste Kunstwerke sind heute kaum noch angesagt. Und dies ist der entscheidende Punkt: Der Westen hat sich selbst vergessen. Wozu sich behaupten, wenn eine Mehrheit das, was uns ausmacht, gar nicht mehr kennt?

In echtes Deutsch übersetzt bedeuten Kollegahs Zeilen nichts anderes, als dass Nichtmuslime sich warm anziehen dürfen. Ob der »Künstler«, der mit bürgerlichem Namen Felix Blume heißt, schon deshalb instinktiv mit 15 Jahren zum Islam konvertiert ist, um am Ende auf der Seite der Gewinner zu stehen?

Fakt ist, dass die dummen Ungläubigen brav mitgrölen, was dieser »Star« ihnen vor die Füße kotzt. Sie bedienen damit seinen unendlichen Zynismus. Ahnen sie tatsächlich nicht, dass ihr Idol sich heimlich ins Fäustchen lacht über die Blödheit seiner Fans? Und dass es bei anderen islamischen Gangsta-Rappern nicht anders ist? Unsere sich auflösende Kultur bietet ihnen mehrere offene Flanken, an denen sie mühelos andocken können:

  • eine schafsblöde Toleranz
  • latenten Antisemitismus
  • eine historisch gewachsene Überheblichkeit
  • eine ausreichende Zahl masochistischer Frauen mit Helfersyndrom und
  • eine aus dem Überfluss resultierende Denkfaulheit.

Darüber hinaus gibt es im Westen eine viel zu große Zahl arbeitsentwöhnter Intellektueller, deren Job darin besteht, ihren Mitmenschen auf Staatskosten zu erklären, wie rückständig und intolerant sie seien. Die kulturelle Bereicherung durch primitivsten Hass hat mit offenen Armen zu begrüßen, wer nicht als Ewiggestriger dastehen möchte. Dies gilt selbstverständlich auch für künstlerische Ausdrucksformen des Islamofaschismus wie (nicht nur) Kollegah sie bietet.

Ist es nicht schön, wenn junge, benachteiligte Menschen lernen, ihren Frust auf derart kreative Weise zu kanalisieren? Welcher alternde Sozialpädagoge käme da nicht ins Schwärmen, während er an seinem Joint zieht und weiter von der Weltherrschaft träumt? Da mit dem Zusammenbruch des Obstblocks die sozialistische Weltrevolution gründlich in die Hosen ging, könnte doch die Ummah als grenzübergreifende Gemeinschaft aller Muslime weltweit eine Alternative darstellen, zumal Muslime doch so wunderbar benachteiligt sind, wie man an ausnahmslos jedem islamischen Land weltweit sehen kann! So benachteiligt wie die von Kollegah werbewirksam unterstützten »Palästinenser«, die jedem Wohlmeinenden in so vielen wunderbaren Stunden seines Lebens die Möglichkeit gaben, seinen latenten Antisemitismus als angeblichen Antizionismus auszuleben, dem Staat Israel auf den Sack zu gehen und sich trotzdem dabei »gut« zu fühlen. Unterschätzen wir nicht den Einfluss dieser Berufsguten! Dass Kollegah & Farid Bang sich gestern für ihren menschenverachtenden Dreck zum schon wiederholten Male einen Echo abholen durften, verdanken sie der kulturaushöhlenden Vorarbeit dieser Leute, und das nicht erst seit 2015. Unsere Kinder und Enkel werden einen hohen Preis dafür zahlen, dass sich ein paar staatlich subventionierte Lebensgammler als gute Menschen fühlen durften.

Stilmittel? – Mitnichten!

Vergessen wir die Lügen über angebliche »Stilmittel« der Rapper. Dem Islam als Ideologie fehlt jegliche Selbstironie, die dazu nötig wäre, um das Konzept eines Stilmittels zu erfassen. Wäre es anders, würde Gangsta-Rap vor Gags über Allah und Mohammed nur so überquellen und die Macher von Charlie Hebdo würden allesamt noch leben. Vielmehr ist der Gangsta-Rap der wohl ehrlichste Ausdruck des realexistierenden Islams europäischer Prägung. Ihn nicht wörtlich zu nehmen, wäre ein Fehler, denn er lebt von der Reaktion zweier in sich unverträglicher Kulturen. Während die Kopftücher auf unseren Straßen zahlreicher werden, zeigt der Gangsta-Rap allen anderen Frauen ihren Platz:

»Dein Chick ist ’ne Broke-Ass-Bitch, denn ich fick‘ sie, bis ihr Steißbein bricht.«

Tja. Sie hätte eben ein Kopftuch tragen sollen.

Woher stammt Ihr Bild von Viktor Orbán?

»Europa wird vier weitere Jahre Orbán ertragen müssen«, titelt ein Gastbeitrag von Anton Pelinka bei ZEIT online. Orbán bastele in Ungarn an seiner »Vision einer illiberalen Demokratie«, erfährt der Leser aus dem Teaser. Die »Demokratiequalität« in Ungarn sinke seit Jahren, zitiert der nachfolgende Text eine »Analyse des Projekts Sustainable Governance Indicators (SGI) der Bertelsmann Stiftung«. Wer auf den von ZEIT an dieser Stelle beigefügten Link klickt, landet auf einem fast gleichlautenden Artikel, der sich unter der Überschrift »Viktor Orbán: Geschwächt, aber siegessicher?« auf der Domain bertelsmann-stiftung.de findet. Zum Verfasser heißt es in der ZEIT, dass er als Professor für Politikwissenschaft und Nationalismusstudien an der Central European University in Budapest tätig sei.

Recherchiert man die Geldgeber der Central European University Budapest, dann erfährt man, dass die CEU 1991 von Investor George Soros gegründet und mit insgesamt 420 Mio. Euro von ihm gefördert wurde. George Soros kann somit als der reguläre Brötchengeber des Artikelschreibers betrachtet werden. Die ungarische Regierung wirft George Soros vor, das Land mithilfe zahlreicher NGOs zu destabilisieren und bereitet ein umfangreiches Gesetzespaket gegen die illegitime Einflussnahme von Soros vor. Dass kein großes Medium, auch nicht die ZEIT, den gegen Soros erhobenen Vorwürfen jemals ernsthaft nachgegangen ist und stattdessen mit schöner Regelmäßigkeit Artikel wie den oben genannten publiziert, hat sicher einen Grund, denn: Wenn der Schreiber eines gegen Orbán gerichteten Artikels auf der Lohnliste von dessen größtem Gegner steht, so hätte dies transparent gemacht werden müssen. Neutrale Berichterstattung jedenfalls kann bei dieser Konstellation nicht erwartet werden.

Meinungsstark und oberflächlich

Wer sich in mehreren großen Onlineportalen über die Person Viktor Orbáns informiert, stellt unschwer fest, dass alle reichweitenstarken Artikel sich inhaltlich weitgehend ähneln. So schreibt der Journalist Keno Verseck am 29.01.2017 für SPIEGEL online: »Rechte Regierungen in Osteuropa haben einen neuen Staatsfeind: den Milliardär George Soros. Weil er Bürgerrechtsorganisationen unterstützt, wird er massiv antisemitisch angefeindet.« Es folgt ein äußerst kritischer Bericht über die »neue Offensive des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán und seiner Regierungspartei Fidesz gegen Nichtregierungsorganisationen (NGO) und insbesondere gegen solche, die von Soros‘ Open-Society-Stiftung finanziert werden.« Tatsächlich ist Keno Verseck auf SPIEGEL Online so etwas wie der Spezialist für alle Orbán-Fragen. Im typisch-alarmistischen Stil schreibt er am 24.01.2018:

»Der 87-jährige Milliardär, so behauptet es Orbán seit Monaten, hege den Plan, Europas christlichen Charakter und die ethnisch-kulturelle Identität seiner Nationen zu zerstören. Um das zu erreichen, fördere Soros eine „Invasion“ Europas durch Millionen illegaler Migranten, zumeist Muslime. Diesen angeblichen „Soros-Plan“ will Orbán nun mit dem „Stop-Soros“-Gesetzespaket durchkreuzen.

In Wirklichkeit geht es aber um noch mehr: Mit den Bestimmungen der drei Gesetzentwürfe des „Stop-Soros“-Paketes kann die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Vereinen und Bürgerinitiativen eingeschränkt werden – denn sie sind eine der letzten noch funktionierenden Kontrollinstanzen der Macht in Ungarn.«

Keiner der zahlreich bei SPIEGEL online erscheinenden Artikel von Verseck zu den Themen Ungarn, Orbán und Soros setzt sich jemals mit Hintergründen auseinander. Sie bleiben allesamt meinungsstark und oberflächlich. Welche tatsächlichen Gründe könnte Orbán dafür haben, beispielsweise auf transparente Finanzierungsstrukturen von NGOs zu pochen? Nur so viel dazu: Er hat dazu jede Menge Anlass! Die Ausführungen dazu würden jedoch vom Thema dieses Artikels wegführen.

»Als Agentur liefern wir vor Ort recherchierte Geschichten«

Wer den Namen Keno Verseck googelt, stößt nicht nur auf weitere Auftraggeber wie beispielsweise die ZEIT, wo er schon 2013 mit seinem Beitrag »Zurück zu Blut und Heimat« das Zeitalter einer finsteren »Pseudo-Demokratie« in Ungarn heraufziehen sieht, sondern auch auf ein Osteuropa-Magazin namens ostpol. Insgesamt 87 Artikel von Keno Verseck sind dort seit 2011 gelistet, viele davon drehen sich auch um die Person Viktor Orbáns. Ob dessen Sportförderung (»fragwürdig«) oder dessen Wahlerfolg 2014, den er »seiner konfrontativen Rhetorik und einer schwachen Opposition« zu verdanken habe: Orbán habe »eine sehr starke Persönlichkeit«, weshalb man sich um die »bedrohte Freiheit der Medien« Sorgen machen müsse.

Wer noch nichts von ostpol gehört hat: Das Magazin wird produziert von n-ost. Hierbei handelt es sich laut Website um eine »Medien-NGO«, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, »Journalistinnen und Journalisten [zu] qualifizieren und Medienschaffende unterschiedlichster Perspektiven in einen Dialog über sich und die Welt [zu] bringen.« Gleichzeitig präsentiert sich n-ost auch als Lieferant fertiger Artikel: »Als Agentur liefern wir vor Ort recherchierte Geschichten – und bieten so eine Alternative zu den Newstickern. Wir haben dabei immer auch im Blick, worüber und wie die Medien berichten.« Und: »In unserem Netzwerk versammeln sich mehr als 250 JournalistInnen und MedienaktivistInnen aus ganz Europa. Ihre Länderkenntnisse verbinden sie mit Themenexpertise, journalistischer Professionalität und Engagement.«

Nichtregierungsorganisationen – eine Mogelpackung

Dass so viel Engagement Geld kostet, ist klar. Hier kommen die »Förderer und Auftraggeber« ins Spiel, die n-ost.org auf seiner Website auch benennt. Neben staatlichen deutschen Finanzierungsquellen wie der bpb (Bundeszentrale für politische Bildung), der Konrad Adenauer Stiftung, dem Auswärtigen Amt sowie dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finden sich als Förderer neben weiteren auch die Open Society Foundations, die Stiftungen von George Soros. Halten wir also fest: Wer für ostpol tätig ist, wird, zumindest in Teilen, aus Mitteln des umtriebigen Milliardärs entlohnt. Weitere Mittel erhält er indirekt aus der Staatskasse, wodurch die von n-ost geführte Bezeichnung »NGO« zu einer Mogelpackung wird, bedeutet sie doch »Non Governmental Organization«, zu Deutsch: Nichtregierungsorganisation.

Dass die journalistischen Inhalte dieser von Soros und der deutschen Regierung geförderten angeblichen Nichtregierungsorganisation Eingang in viele Mainstreammedien finden, dazu dürfte auch die Unterstützung beitragen, die n-ost von einem weiteren Wohltäter erhält: von der Stiftung ZEIT. Tatsächlich ist die Chance sehr hoch, auf den Beitrag eines ostpol-Autors zu stoßen, wenn man versucht, sich bei großen Medien über Orbán oder Soros zu informieren. Ein weiteres Beispiel dafür ist der Artikel »So hat Viktor Orbán Ungarn verändert« aus der Süddeutschen Zeitung. Er weist dieselbe Argumentationslinie auf wie die Artikel Keno Versecks, sodass es sich schlicht nicht lohnt, sich zu diesem Thema in beiden Medien zu informieren. Unnötig zu erwähnen, dass auch der Schreiber Matthias Kolb schon mal für ostpol tätig war. Dass die Journalisten aus dem Netzwerk dieser Agentur so gerne den angeblich schwindenden Pluralismus in der ungarischen Medienlandschaft beklagen, ist wohl nur noch ein Treppenwitz.

Der Club der ostpol-Journalisten

Auch Krisztián Simon taucht im Club der ostpol-Journalisten auf. »Oligarch Mészáros: Orbáns Mann fürs Geld« titelt der Bericht, den Simon gemeinsam mit Tibor Racz und Ákos Keller-Alánt für ostpol verfasst hat. In derselben Besetzung für das Thema empfohlen hatte sich das Team wohl durch einen ähnlichen Artikel, den es schon 2017 für die Heinrich Böll Stiftung verfasst hatte. Ebenfalls von 2017: ein Artikel von Krisztián Simon für Cicero, in dem wieder einmal, wie so oft, Orbáns angebliche Undankbarkeit gegenüber Soros thematisiert wird. Dass Simon als »Stipendiat der Robert-Bosch-Stiftung in Berlin« vorgestellt wird, einem Gönner, der sich ebenfalls in der Fördererliste von n-ost findet, ist da sicher nur noch ein Zufall.

»Was Europa bei einem erneuten Sieg von Viktor Orbán droht«

Einen »Angriff auf die akademische Freiheit« vermeldet Journalist Stephan Oszvath, erfahrener ostpol-Mitarbeiter seit 2006, auf deutschlandfunk.de, während Marco Fieber als weiteres Mitglied der großen ostpol-Family in der HuffPost darüber aufklärt, »Was Europa bei einem erneuten Sieg von Viktor Orbán droht«.

Ebenfalls ostpol-erfahren: Michał Kokot, der am Tag der Wahl in Ungarn auf ZEIT online über Orbán schreibt: »Erfolgreich durch Hetze gegen Flüchtlinge

Soros interviewt Soros

Mit einem ganz besonderen Schmankerl wartet die Süddeutsche Zeitung am 5. April 2018 auf, drei Tage vor der Wahl in Ungarn. Unter der Überschrift »Die deutsche Autoindustrie muss aufhören, sich von Orbán missbrauchen zu lassen« steigt wieder einmal ostpol-Mitglied Matthias Kolb in den Ring. »Der Politikforscher Thorsten Benner vom Thinktank Global Public Policy Institute beobachtet die Entwicklungen in Ungarn genau«, erfährt man im Teaser. Es folgt ein Interview mit Thorsten Benner, der an die deutsche Automobilindustrie appelliert, auf Distanz zu Orbán zu gehen, die indirekte Andeutung eines veritablen Shitstorms inklusive:

»Es gibt keine Kampagne von Nichtregierungsorganisationen, die fordert: „Herr von Klaeden, hören Sie auf, Herrn Orbán zu hofieren.“ Mich überrascht wirklich, dass dieses wichtige Thema hierzulande ignoriert wird, denn es ist eindeutig kampagnenfähig.«

Wer sich über das Thinktank Global Public Policy Institute informiert, findet auf dessen Website unter dem Reiter »About« – Unterpunkt »Funding« die Förderer des fraglichen Instituts. Dort versammeln sich neben anderen sowohl Soros‘ Open Society Foundations, als auch die von Soros finanzierte Central European University. Auch Thorsten Benner ist somit von Geld und Dunstkreis des Orbánfeindes kontaminiert und damit in keiner Weise als neutraler Beobachter anzusehen. – Die Süddeutsche scheint das nicht anzufechten: Sie lässt einen Journalisten mit Ostpol-Weihen einen Aktivisten von GPPI interviewen. Vorschlag für die nächste Ausgabe: George Soros könnte gleich sich selbst interviewen, um etwas mehr Transparenz zu schaffen.

Scheinpluralismus – der Zwischenschritt in den Totalitarismus

Die vorgestellten Stichproben zeigen, dass auch eine scheinbar vielfältige Medienlandschaft schnell auf wenige Akteure zusammenschrumpft, wenn es darum geht, die Deutungshoheit über ein Thema zu erzwingen. Die ZEIT lässt mit Anton Pelinka, Keno Verseck und Michał Kokot gleich drei Schreiber zu Wort kommen, deren wirtschaftliche Verbindungen zu Orbáns Erzfeind sie dabei »vergisst« zu erwähnen. Dieselbe Intransparenz gilt für den SPIEGEL: »Keno Verseck arbeitet für eine von George Soros und Ihrer geneigten Bundesregierung unterstützte NGO« – diesen Hinweis sucht man leider vergebens. Vielmehr ist davon auszugehen, dass mehrheitlich Journalisten aus dem Netzwerk von ostpol heute das Bild prägen, das sich der Westen von Viktor Orbán macht. Menschen, die sicher mehr Talent zur Dankbarkeit zeigen, als der eigensinnige ungarische Ministerpräsident. Im Artikel von Krisztián Simon heißt es: »Mit Soros hatte Orban früher sogar ein freundliches Verhältnis. Seine politische Karriere hätte ohne Soros wahrscheinlich nicht so einfach ihren Lauf nehmen können, denn es war damals Soros, der es Orban ermöglichte, mit einem Stipendium in Oxford zu studieren, wo dieser seine Englischkenntnisse polieren konnte. Jene Englischkenntnisse sollten ihm in späteren Jahren helfen, als er sich im Ausland mit Staatsleuten bekannt machte und sich als ein westlich-gesinnter Politiker zu präsentieren versuchte.« – Für Simon scheint es eine ausgemachte Sache zu sein, sich durch den Erhalt eines Stipendiums zu lebenslanger Loyalität gegenüber dem Spender zu verpflichten.

Liegt in solchen unausgesprochenen Verpflichtungen und Erwartungen der Schlüssel für die heutige Medienkrise, in der reiche Gönner, Ministerien, NGOs und politische Stiftungen nach ideologischer Passform auswählen, wer künftig zu ihrem Kreis gehören und der Welt über die großen Medien seine Erkenntnisse präsentieren darf? Möchte, wer derart an der Angelschnur der Gutmenschen hängt, sich in der Folge keinesfalls als störrisch, eigensinnig oder gar undankbar präsentieren? Liest sich deshalb fast jeder neue Artikel in den Mainstreammedien gleich, während sein Inhalt in vielen Fällen tragisch falsch und fast grotesk wirkt, wenn man durch stichprobenartige Eigenrecherchen an der Oberfläche kratzt?

»Die Regierung fabuliert ständig von einem angeblichen „Soros-Plan“, vor dem sie Ungarn bewahre. Belege für dieses mutmaßliche Komplott gibt es natürlich nicht«, schreibt Anton Pelinka in der ZEIT. Zu den angeblich fehlenden Belegen kann man nur sagen: Der Mann hätte einfach in den Spiegel sehen sollen. Oder in den SPIEGEL. Oder eine andere große Zeitung.

Jetzt mitmachen!

ostpol zeigt, dass es möglich ist, viele Journalisten der »richtigen« Gesinnung mittels privater oder/und staatlicher Fördermittel zusammenzuspannen, auf Linie zu bringen und dafür zu sorgen, dass sie allesamt nahezu dasselbe schreiben. Kritisches Lesen ist deshalb heute angesagt, egal, ob es um kleine Blogs oder große Leitmedien geht. Vielleicht hat ja jemand von Ihnen Lust, die Recherche weiterzuführen und die Ergebnisse über einen Kommentar hier zu verlinken? Einen möglichen Ansatzpunkt habe ich bereits entdeckt:

2016 überreichte die Journalistin Anja Reschke den Grimme Online Award an die Macher des Portals »dekoder – Russland entschlüsseln«, Chefredakteurin: Tamina Kutscher. Tamina Kutscher ist ebenfalls Mitglied von ostpol. Meine Frage: Wenn nahezu jede Information, die wir aus den Leitmedien über Viktor Orbán erhalten, ihren Ursprung bei ostpol nimmt und ostpol damit unser Orbánbild geprägt hat: Wie sieht es dann mit Wladimir Putin aus? Ist der neue Kalte Krieg, der gerade beginnt, das Ergebnis eines einzigen Willens, der noch nicht einmal demokratisch gewählt ist? – Dass es sowohl an Orbán als auch an Putin wahrscheinlich manches zu kritisieren gibt: geschenkt! Interessant für mich ist ausschließlich die Frage, ob wir die Informationen über beide Personen aus neutralen Quellen erhalten oder nicht. Hat jemand Zeit und Lust, sich mit dieser Frage zu beschäftigen?

Weiterführende Lesetipps zum Thema:

Collin McMahon: »Netzwerk Recherche«: Wo sich Anja Reschke und Patrick Gensing mit dem Soros-Netzwerk treffen

Discoverthenetworks: Organizations funded by George Soros and his Open Society Foundations